Elektriker-Kosten 2026: Stundensätze & wann die NIV einen Profi vorschreibt
Elektroinstallationen sind in der Schweiz streng reguliert: Die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) legt fest, welche Arbeiten nur bewilligte Fachbetriebe ausführen dürfen. Dieser Ratgeber zeigt, was Elektrikerinnen und Elektriker 2026 kosten, welche Handgriffe Sie selbst erledigen dürfen und warum Schwarzarbeit an der Elektrik teuer enden kann.
Stundensätze und typische Kosten 2026
Elektroinstallateure verrechnen in der Schweiz aktuell CHF 95 bis CHF 140 pro Stunde, Lernende und Monteure weniger, Chefmonteure und Projektleitung mehr. Dazu kommen Anfahrtspauschalen von typischerweise CHF 40 bis CHF 90 sowie das Material.
Kleinaufträge wie das Ersetzen einer Steckdose sind oft günstiger, wenn Sie mehrere Arbeiten bündeln: Wer gleich vier Steckdosen, zwei Leuchten und den Sicherungskasten-Check in einem Termin erledigen lässt, bezahlt die Anfahrt nur einmal und verhandelt eine bessere Pauschale.
Bei grösseren Projekten wie einer Wohnungs-Neuverkabelung lohnt sich zwingend ein detaillierter Beschrieb: Anzahl Steckdosen und Lichtauslässe pro Raum, gewünschte Reserven (Netzwerk, Beschattung, spätere Ladestation) und der Zustand der bestehenden Installation.
Die NIV: Was Laien dürfen und was nicht
Die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV, SR 734.27) verlangt für Arbeiten an elektrischen Installationen grundsätzlich eine Installationsbewilligung des Eidgenössischen Starkstrominspektorats ESTI. Ohne Bewilligung an festen Installationen zu arbeiten ist keine Bagatelle, sondern verboten und im Schadenfall ein Versicherungsrisiko.
Als Laie dürfen Sie im eigenen Wohnbereich nur sehr begrenzte Handgriffe ausführen: Geräte ein- und ausstecken, Leuchtmittel wechseln sowie in engem Rahmen einphasige Schalter und Steckdosen an bestehenden Auslässen ersetzen, sofern Sie die Arbeit fachgerecht und spannungsfrei ausführen können. Neue Leitungen ziehen, Auslässe versetzen, Arbeiten am Sicherungskasten oder dreiphasige Anschlüsse (400 V) sind ausnahmslos Sache des bewilligten Fachbetriebs.
Nach bewilligungspflichtigen Arbeiten stellt der Fachbetrieb einen Sicherheitsnachweis (SiNa) aus. Diesen brauchen Sie spätestens bei der periodischen Kontrolle, beim Verkauf der Liegenschaft oder wenn der Netzbetreiber ihn einfordert. Bewahren Sie SiNa und Mess-Protokolle deshalb dauerhaft auf.
Periodische Kontrolle: Das kommt auf Eigentümer zu
Elektroinstallationen müssen in der Schweiz periodisch kontrolliert werden, bei Wohnbauten in der Regel alle 20 Jahre, bei gewissen Nutzungen deutlich häufiger. Der Netzbetreiber fordert Eigentümerinnen und Eigentümer schriftlich zur Einreichung des Sicherheitsnachweises auf.
Die Kontrolle führt ein unabhängiges, akkreditiertes Kontrollorgan durch, nicht der Betrieb, der die Installation erstellt hat. Für ein Einfamilienhaus kostet sie meist CHF 300 bis CHF 600. Beanstandete Mängel müssen Sie anschliessend durch einen bewilligten Installationsbetrieb beheben lassen und den bereinigten Nachweis nachreichen.
Den richtigen Elektrobetrieb finden
Prüfen Sie vor der Auftragsvergabe, ob der Betrieb im ESTI-Verzeichnis der bewilligten Installationsfirmen eingetragen ist, das Register ist öffentlich einsehbar. Verlangen Sie eine Offerte, die Arbeitszeit, Material, Anfahrt und den Sicherheitsnachweis separat ausweist.
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Richtpreise Elektroarbeiten 2026
| Leistung | Preisspanne |
|---|---|
| Stundensatz Elektroinstallateur | CHF 95 – 140 |
| Anfahrtspauschale | CHF 40 – 90 |
| Steckdose ersetzen (inkl. Material) | CHF 120 – 250 |
| Neuer Steckdosen-/Lichtauslass inkl. Leitung | CHF 300 – 700 |
| Sicherungskasten ersetzen | CHF 2'000 – 5'000 |
| Ladestation 11 kW inkl. Installation | CHF 1'800 – 4'000 |
| Periodische Kontrolle Einfamilienhaus | CHF 300 – 600 |
Häufige Fragen
Was kostet ein Elektriker pro Stunde in der Schweiz?
Im Jahr 2026 liegen die Stundensätze für Elektroinstallateure bei CHF 95 bis CHF 140, plus Anfahrtspauschale und Material. In den grossen Zentren zahlen Sie eher am oberen Rand der Spanne.
Darf ich als Laie eine Steckdose selbst montieren?
Nur sehr eingeschränkt: Das Ersetzen einphasiger Schalter und Steckdosen an bestehenden Auslässen im eigenen Wohnbereich ist Laien unter Bedingungen erlaubt. Neue Leitungen, versetzte Auslässe oder Arbeiten am Sicherungskasten erfordern nach NIV zwingend einen bewilligten Fachbetrieb.
Was ist ein Sicherheitsnachweis (SiNa)?
Der SiNa bestätigt, dass eine Elektroinstallation den Sicherheitsanforderungen entspricht. Er wird nach Installationsarbeiten ausgestellt und bei der periodischen Kontrolle sowie beim Liegenschaftsverkauf verlangt. Bewahren Sie ihn dauerhaft auf.
Wie oft muss ein Wohnhaus elektrisch kontrolliert werden?
Bei Wohnbauten beträgt die Kontrollperiode in der Regel 20 Jahre. Der Netzbetreiber fordert den Sicherheitsnachweis schriftlich ein; die Kontrolle kostet für ein Einfamilienhaus meist CHF 300 bis 600.
Was passiert, wenn ich Elektroarbeiten ohne Bewilligung ausführe?
Unbewilligte Arbeiten an festen Installationen verstossen gegen die NIV. Neben Bussen riskieren Sie, dass Gebäude- und Haftpflichtversicherungen bei einem Brand- oder Personenschaden Leistungen kürzen oder verweigern.
Fazit
Bei der Elektrik lohnt sich Sparen am falschen Ort nie: Die NIV zieht die Grenze zwischen erlaubten Handgriffen und Profiarbeit klar, und der Sicherheitsnachweis schützt Sie im Ernstfall. Holen Sie für Ihr Elektroprojekt über einen kostenlosen fixxmi-Auftrag mehrere Offerten bewilligter Betriebe ein und vergleichen Sie in Ruhe.
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